Anordnung von Wechselmodell (Umgang) gegen den Willen der Eltern ?

Mit der Frage, ob auch gegen den Willen eines Elternteils, im Rahmen der Regelung des Umganges der Elternteile mit minderjährigen Kindern ein sogenanntes Wechselmodell angeordnet werden kann, beschäftigte sich der Beschluss des Bundesgerichtshofes vom 01.02.2017. In diesem Fall strebte ein Elternteil ein gleichwertiges Wechselmodell an, d. h. das minderjährige Kind sollte sich im wöchentlichen Rhythmus einmal beim einen Elternteil, einmal beim anderen Elternteil aufhalten. In seiner Entscheidung stellt der Bundesgerichtshof nun klar, dass das Gesetz keine Beschränkung des Inhaltes enthält, dass ein vom Gericht angeordnete Umgangsregelung nicht zu einer hälftigen Aufteilung der Betreuung führen darf. Das Gericht kann auch eine Umgangsregelung, die zu einem Wechselmodel führt, festlegen. Dabei sind die Umstände des Einzelfalls zu prüfen, insbesondere, ob eine hinreichende Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit zwischen den Eltern besteht.